Einzelarbeit zu einem Projekt der Klasse 'Kunst und öffentlicher Raum', Akademie der Bildenden Künste, Nürnberg

Zur Kunstaktion - Villa Späth

Projekt: Im Rahmen eines Klassenprojektes der AdBK realisierte der Bildende Künstler Martin Sturm seine Einzelarbeit, die sich speziell mit der Villa Späth, Schultheißallee 30, beschäftigt. Der Künstler entwickelte eine zeitlich begrenzte Installation in der Straßenbahnlinie 9.

Projektzeitraum: 2004 - 2005

Ort der künstlerischen Auseinandersetzung: Das ehemalige Reichsparteitaggelände

In Zusammenarbeit mit:
der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft, des Nürnberger Stadtarchives und dem Dokumentationszentrum Reichsparteitaggelände sammelte der Bildende Künstler Informationen über diese Villa Spaeth, entwarf eine digitale Fotocollage und brachte diese mit Unterstützung der VAG an einigen Fenstern der Straßenbahn an. Den Fahrgästen der Straßenbahnlinie 9 wurde so das Angebot gemacht, sich mit der Villa Späth zu beschäftigen und diesem Gebäude sich so anzunähern, dass dessen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu einem persönlichen Erlebnis wurden. Die Villa Späth, die um 1825 zusammen mit einer groß angelegten Maschinenfabrik von Wilhelm Späth erbaut wurde, ist ein historisches Baudenkmal, das in Vergessenheit geraten und zunehmend dem Verfall ausgeliefert ist. Der gegenwärtige Zustand gleicht einer Ruine! Aktuellen Informationen nach soll dieses Gebäude grundsaniert werden. Um eine konstruktive Veränderung dieses Zustandes hervorzurufen, hat der Künstler ein Foto von der Villa so überarbeitet, dass ein in die Zukunft weisendes, zweidimensionales Modell entstand. Der Künstler legte zwischen die Gegenwartsebene und die damals noch ungewisse Zukunftsebene seine eigens dafür geschaffene positive Zukunftsvision. Er projizierte sein persönliches Zukunftsmodell auf den Jetzt-Zustand und will damit den Betrachter auffordern, sich mit der "Ruine" Villa Späth zu beschäftigen und zu dieser eine eigene Position bzw. Perspektive zu entwickeln. Die Fotocollagen waren in Augenhöhe des Fahrgastes angebracht, so dass es während der Fahrt zwischen den Tramstationen Meistersingerhalle und Dokumentationszentrum einen Moment gab, in dem sich das "Zukunftsmodell Villa Späth" visuell mit dem Jetzt- Zustand der Villa deckte. Das Zukunftsmodell korrespondierte für einen Augenblick mit dem momentanen Zustand. Dem Betrachter wurde spätestens in diesem Moment deutlich, auf welches Gebäude das Zukunftsmodell Bezug nahm.